Wirkung

Genauso wie echter Thymian hat Quendel eine krampflösende und bakterienhemmende Wirkung. Er kann, wie dieser, in Hustenmitteln und Badezusätzen verarbeitet werden, hat jedoch eine etwas schwächere Wirkung.

Speisen mit Thymian regen den Appetit an und verbessern die Verdauung.

Anwendung 

Als Tonikum angewendet bewirkt Quendel eine Verflüssigung und Vermehrung des Bronchialsekrets und stärkt den Magen und die Nerven. Aüsserliche Anwendung wird bei Rheuma und Verstauchungen empfohlen. Außerdem wird Quendel in Gurgelwässern und zur Herstellung von Kräuterlikören benutzt.

Geschichtliches

Der Quendel oder Thymian ist eine seit der Antike bekannte Heil- und Zauberpflanze. Der Römer Plinius Secundus (ca. 70 n.Chr.) berichtet, der Theriak (ein vom Leibarzt Neros Andromachus erstmals kreiertes Allheilmittel) habe Quendel enthalten. Das Rezept war in einem Felsblock vor dem Äskulaptempel auf der Insel Kos eingemeißelt.
Im klassischen Altertum opferten Frauen in den Tempeln der Liebesgöttin Aphrodite den Quendel zusammen mit Rosen.

Namen

Der Quendel wurde als Frauenkraut angesehen, was sich im Mittelalter auch an der Namensgebung zeigt:unser frawen Bettstroe" (bei Mathiolus), Kinderkraut, das dänische "Mutter Maries sengehalm", das englische "Our ladies Bedstaw",
und der Name im Slawischen: "Seelchen der Mutter".

Man schrieb der Pflanze, zusammen mit anderen Kräutern als Kranz gebunden und Fronleichnam in der Kirche geweiht, besondere Heil- und Schultzkräfte zu und nannte sie deshalb auch Kanzelkraut.

Legenden

Nach der Christianisierung wurde die Pflanze zum Marienkraut. Einer flämischen Legende zufolge lagerte Maria das Jesuskind auf Feldthymian. Maria habe bei ihrer Vermählung mit Josef
einen Kranz von Thymian auf dem Haupt getragen.

Magie

Im Volksglauben spielte das Kraut eine große Rolle bei der Abwehr des Bösen. Ein Kreuz aus geweihtem Kanzelkraut in Stall, Scheune oder Wohnhaus aufgehängt schützte vor Blitzschlag und sonstigem Unheil.
Quendel zusammen mit Teufelsdreck (Stinkasant, eine orientalische Pflanze) unter der Türschwelle vergraben, half die Milch vor schnellem Gerinnen zu bewahren.

 

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